Kambodscha, Vietnam, Laos und der Norden Thailands

 
   
Komm ein letztes Mal mit auf Entdeckungsreise und tauche mit uns ein in eine Welt, welche von Reis, harter Arbeit und von Krieg geprägt ist. Wir treffen Menschen, deren Gesichter uns tausend Geschichten erzählen, Geschichten von Leid und Schmerz, aber auch von Stolz und Zufriedenheit. Trotz Sprachbarrieren fühlen wir uns hier willkommen wie kaum an einem anderen Ort. Unser Besuch zaubert ein herzliches Lächeln hervor und die Kinder kommen winkend auf uns zugerannt.
Angkor Wat bei Seam ReapSiem Reap: Lara Croft und die Tempel von Angkor

Von Bangkok ist es eine weite und vor allem holprige Strecke nach Siem Reap, Kambodscha. Dass sich der beschwerliche Weg lohnt, realisiert man spätestens beim Anblick von Angkor Wat, dem wohl berühmtesten der zahlreichen Tempel. Über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren erbauten verschiedene Herrscher immer noch grössere und imposantere Gebäude, so dass heute über 1000 dieser Tempel auf einer Fläche von 200km2 zu bewundern sind (Wikipedia).

In der Provinz von Battambang

In der französischen Enklave Battambang

Das Städtchen im Westen Kambodschas versprüht tatsächlich etwas französischen Charme. Mit dem Tuk-Tuk begeben wir uns in die Provinz hinaus und besuchen Reisbauern bei ihrer Arbeit, sehen, in welch einfachen Verhältnissen die Menschen leben und trotz allem zufrieden sind. Als drittes Land zuoberst auf der Liste der Korruption kommt Kambodscha wirtschaftlich kaum vom Fleck, jegliche Entwicklungshilfen versanden irgendwo auf dem Weg zu den Bedürftigen. Auch sind die weit verstreuten Landminen und Blindgänger eine echte Bedrohung, welche grosses Leid in so manche Familie bringen.

Sonnenuntergang am See von Phnom PenhIn der Hauptstadt: Phnom Penh

Dass Kambodscha kein Spaziergang wird, auf das haben wir uns bereits vor unserer Anreise eingestellt. Wie präsent der Krieg und der Genozid aber noch sind, auf das kann man sich nicht vorbereiten. Khmer Rouge, die Partei um den damaligen Machthaber Pol Pot, exekutierte bis Ende der 1970er Jahre gegen 2 Millionen Menschen. Bei Phnom Penh stehen die "Killing Fields" (Massengräber) und S21, ein zum Konzentrationslager umfunktioniertes Schulareal. Der Anblick der kunstvoll aufgeschichteten menschlichen Überreste ist erdrückend.

 
 

Vollmond vor Heiligabend in Saigon

Weihnachten in Ho Chi Minh City (Saigon)

Über den Mekong und das fruchtbare Mekong-Delta erreichen wir Chau Doc in Vietnam. Der Bus bringt uns am nächsten Tag nach Saigon, in die Stadt, in der jeder zweite der fünf Millionen Einwohner ein Motorbike fährt. Das Überqueren der Strasse gleicht hier dem Waten durch einen Fluss, nur dass anstelle des Wassers Hondas und Suzukis um uns fliessen. Am Weihnachtstag, nach einem festlichen Mahl zu Heiligabend, besuchen wir die Cu Chi Tunnel. Über 250 Kilometer weit erstrecken sich hier die einstigen unterirdischen Versorgungssysteme des Vietkong.

 
 
One night in Paris... oder in Talat?Im Hochland: Talat (oder Klein-Paris)

Über drei Pässe geht's hinauf ins Hochland, die nur 200km lange Busfahrt scheint jedoch ewig zu dauern. Endlich angekommen, erwartet uns ein erfrischendes Klima und klare Luft, richtig einladend für ausgedehnte Spaziergänge im Städtchen und entlang dem See. Natürlich darf auch eine Fahrt mit der Seilbahn hinüber ins Naturreservat nicht fehlen, wo wir einen typischen Artischocken-Tee geniessen. Auf dem Weg zurück machen wir mit unseren Mountainbikes noch einen Abstecher an den Markt und gruseln uns ab den feilgehaltenen Delikatessen: Frösche und Insekten.

 
 

Drachentanz an Silvester in Nha Trang

Mega Silvester Beach-Party in Nha Trang

Zurück an der Küste erwartet uns ein kleines Urlaubsparadies mit kilometerlangem Sandstrand und Flaniermeile. Dies ist der ideale Ort, um ins neue Jahr zu rutschen. Mit viel Getöse und hunderten von Tanzwütigen feiern wir Silvester im Sailing Club direkt am Beach. Zu Neujahr sind wir dann bei unserer Gastfamilie zum Brunch eingeladen, die ganze Nachbarschaft und viele Freunde sind mit dabei. Klar müssen wir vom hausgemachten Schlangenbräu probieren und uns so in die Gunst des Hausherrn trinken.

 
 
Hoi An: WeltkulturerbeBeim Tapferen Schneiderlein in Hoi An

Nie zuvor war Reisen so entspannend: von Nha Trang bringt uns der Sleeper-Bus (ja, mit richtigen Betten drin) über Nacht nach Hoi An, ein von UNESCO zum Weltkulturerbe erklärtes Schmuckstück. In der Altstadt sind alte Handelshäuser aus längst vergangen Tagen zu bewundern und entlang des Flussufers gibt's feinen Cappuccino. Genau wie wir, kommen viele Touristen vor allem aus einem Grund hierher, nämlich, um sich Kleider anfertigen zu lassen. Die fleissigen Hände schneidern jedes gewünschte Modell aus dem Katalog innert 1-2 Tagen, da kommt so richtig Kauflust auf.

 
 
Prächtige Hausboote in der Halong-Bay Über Hué in die Hauptstadt Hanoi

Ebenfalls ein sehenswerter Ort ist Hué, 2 Stunden nördlich von Hoi An. Mit dem Fahrrad erkunden wir das Gebiet innerhalb der Stadtmauer, wo emsiges Treiben über die einstige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam hinwegtäuscht. In komfortabler Manier (Sleeper-Bus) fahren wir die darauf folgende Nacht nach Hanoi, das mit seinen Handelsstrassen und Essständen dem typischen Bild einer Asiatischen Grossstadt entspricht. Auf einer zweitägigen Tour in die Halong-Bay besuchen wir die imposanten Inseln und lassen uns auf dem Schiff so richtig verwöhnen.

 
Einmal mehr: platter Reifen in LaosVon Dong Ha nach Savannakhet und Vientiane

Der einfachste Weg von Vietnam nach Laos führt über die Grenze bei Dong Ha, nahe von Hué. So legen wir die Strecke nochmals mit dem Nachtbus zurück und erreichen am anderen Nachmittag Savannakhet. Obwohl die Hauptverkehrsstrassen in Laos geteert sind, dauern hier die Busfahrten ewig. Für Vientiane, etwa 600km von Savannakhet entfernt, sind wir nochmals 10 Stunden unterwegs. Doch entgegen unseren Erwartungen finden wir in Laos ein erstaunlich gut entwickeltes und wohl strukturiertes Land, auf das seine Bewohner sichtlich stolz sind. Einzig der öffentliche Verkehr lässt zu wünschen übrig...

Heile Welt bei Vang Vieng Zum Klettern nach Vang Vieng

Je weiter wir in den Norden fahren, desto mehr gefällt uns die Landschaft. Entlang von Bergketten führt die Strasse vorbei an kleinen Dörfern und hinauf auf ein Plateau, wo sich Vang Vieng befindet. Das Mekka für Rucksack-Touristen bietet neben "Friends" in Endlosschlaufe und "Happy Food" (mit Rauschgift bestücktes Essen) auch wahre Abenteuer. Wir versuchen uns im Klettern und absolvieren einen Anfängerkurs in der Felswand... ein recht mulmiges Gefühl, wenn man auf 20 Meter über dem Grund baumelt.

Wasserfall und natürliche Badelandschaft bei Luang PrabangLuang Prabang - Weltkulturerbe und mehr

Dies ist der Ort, von dem uns alle Travellers vorgeschwärmt haben. Am Flusslauf des Mekong gelegen und von grünem Wald- und Buschland umgeben, ist Luang Prabang wahrlich ein idyllisches Plätzchen. Jeden Abend verstummt der Autolärm und auf den Strassen werden hunderte von Ständen aufgebaut. Der Nachtmarkt bietet eine gute Gelegenheit, die Einheimischen direkt zu unterstützen und etwas Handgemachtes nach Hause zu bringen. Nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt erklimmen wir einen tosenden Wasserfall und geniessen ein erfrischendes Bad im kühlen Nass.

Thailand - Land der Elefanten
Bye bye Bangkok
Via Chiang Mai nach Bangkok

Mit jedem Tag rückt unsere Heimreise näher. Plötzlich realisieren wir, dass wir nicht mehr einfach spontan mal einen Tag oder zwei länger an einem Ort bleiben können. Unser Plan von einer zweitägigen Mekong-Flussfahrt nach Thailand müssen wir definitiv begraben und stattdessen mit einer Kleinmaschine von Luang Prabang direkt nach Chiang Mai fliegen. In der sehr kurzen Zeit von zwei Tagen, welche uns für den Norden Thailands bleiben, machen wir eine Wandertour und vergnügen uns beim Elefantenreiten und Bambus-Floss fahren. Zugegeben, das ist alles sehr touristisch, aber einfach ein Muss. Nicht verpassen durften wir natürlich auch den Sonntagsmarkt von Chiang Mai, ein Spektakel mit tausenden von Mitwirkenden und natürlich viel feinem Essen. Mit dem Nachtbus geht es zurück nach Bangkok, wo wir nur eine Nacht verbringen. Unsere allerletzten Reisetage wollen wir nämlich auf Koh Lipe ganz im Süden Thailands verbringen. Nochmals Sonne tanken für den grauen Winter zuhause - was kann es Schöneres geben?

 
Das war er also, der letzte Bericht unseres Abenteuers. 365 volle Tage waren wir unterwegs, haben viele spannende Momente erlebt, haben haufenweise gute und natürlich auch einige wenige schlechte Erfahrungen gemacht. Doch stets unfallfrei und zumeist bei bester Gesundheit konnten wir unseren gemeinsamen Traum erfüllen und sind dankbar für jeden Augenblick. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an dich für dein Mitfiebern und deine guten Gedanken während dem vergangen Jahr. Wir freuen uns auf die neuen Abenteuer, welche der Beruf und das Leben für uns bereithält und wünschen uns, dass du mit dabei bist. "Life is a highway - We want to ride it!" (Tom Cochran).  
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