Kia Ora - Willkommen in Neuseeland

 
   
Wer meint, Neuseeland sei nicht spannend, weil vieles der Schweiz ähnelt, der liegt völlig falsch. Und obwohl oder gerade weil dies der wohl weitentfernteste Punkt von Zuhause ist, gibt es viel Interessantes zu entdecken. Da sind Weideflächen mit saftigem Grün, die bis zum Meer hinreichen. Berge und Vulkankegel, die mit Pulverschnee bedeckt sind. Oder dampfende Bäche, die glasklares heisses Wasser führen und zum wohltuenden Bad einladen. Pünktlich zum Frühlingsbeginn haben wir während vier Wochen die Nordinsel erkundet und uns von der natürlichen Schönheit und den prachtvollen Frühlingsfarben verzaubern lassen. Hier einige Eindrücke.
Auckland, die Stadt der SegelAuckland

Nach dem tropischen Klima in Queensland trifft uns das kühle Wetter hart; Regen und Wind erwarten uns in der "Stadt der Segel". Von zwei Buchten umgeben ist Auckland das wahre Zuhause des America's Cup. In den Häfen liegen Yachten und Segelschiffe, ein Mastenwald so weit das Auge reicht. Die Idylle ist aber trügerisch, die gut 1.5 Mio. Einwohner leben nämlich nicht ganz ungefährlich. Inmitten einer Geothermischen Zone gelegen, könnte jederzeit einer der zahlreichen Krater rund um's Zentrum Rauch und Asche speien.

Der nördlichste Punkt Neuseelands: Cape ReingaWunderschöner Campingplatz am Kaikiri See

Northland

Die Landzunge nördlich von Auckland ist spärlich besiedelt und ein richtiges Paradies für Camper. Viele Strände sind einfach zugänglich und man kann sein Schlafgemach direkt am Meer aufstellen. Entlang der Route machen wir eine geführte Tour durch eine Kalksteinhöhle mit Glühwürmchen, ein Anblick wie unter dem Sternenhimmel. Die Orte tragen allesamt ihre ursprünglichen Maori-Bezeichnungen, welche man kaum aussprechen, geschweige denn sich merken kann. In Kawakawa machen wir Gebrauch von der wohl teuersten öffentlichen Toilette, sie wurde von Hundertwasser erbaut. Auf dem Weg zum Leuchtturm am nördlichsten Punkt machen wir Halt am Ninety Mile Beach, wo die immensen Dünen geradezu zum Sandboarden einladen. Zurück nach Auckland nehmen wir die Landroute, welche durch dichten Wald und entlang von majestätischen Kaori-Bäumen führt; der älteste unter ihnen wird auf über 2000 Jahre geschätzt. Auch den wohl meistvertretenen Bewohner Neuseelands treffen wir unterwegs des Öfteren an: das Schaf.

Alles andere als eine Schlammschlacht: der Hotwater BeachCoromandel Peninsula

Neuseeland aus dem Bilderbuch erwartet uns entlang der Küstenstrasse des Coromandel Peninsulas. Der schmale Weg schlängelt vorbei an Klippen und steigt immer wieder auf Höhen mit fantastischer Rundsicht auf. Am Hot Water Beach graben wir mit Schaufel und Spaten unser eigenes Sprudelbad. Der vom Untergrund aufsteigende Dampf erhitzt den Sand dermassen, dass man seinen Pool mit kühlen Zuflüssen aus dem Meer versehen muss. Ein wenig weiter steht die Cathedral Cove, ein immenser Steinbogen ausgewaschen vom Meer.

 

Hell on earth in Rotorua

Rotorua und die Vulkane

Wir nehmen die Strasse landeinwärts und besuchen eine sonderbare Stadt: Rotorua. Schon bei der Einfahrt nimmt man den stechenden Schwefelduft wahr, überall raucht und dampft es. Die Einheimischen haben längst von der vulkanischen Abwärme Gebrauch gemacht und beziehen ihr Warmwasser direkt aus dem Boden. Dem Touristen stehen zahlreiche Thermal- und Schlammbäder offen, je nach individuellem Geschmack und Budget. Wir gönnen uns ein wohltuendes Bad im "Polinesian Spa" direkt am See - göttlich.

 
Prächtige Schnitzereien der Maori GemeindehäuserEast Coast

Zurück an der Küste windet sich der Weg wieder entlang von spektakulären Abhängen und vorbei an kilometerlangen Stränden. Die kleinen Dörfchen entlang der Strecke sind von Maori bewohnt, man erkennt ihre Gemeindehäuser anhand der prächtigen Schnitzereien über dem Eingang. Leider ist es sehr regnerisch und die Erkundungstouren zu Fuss gestalteten sich eher feucht als fröhlich. Doch Napier durften wir auf keinen Fall verpassen; die Stadt ist in den 1930er Jahren einem verheerenden Erdbeben zum Opfer gefallen und wurde daraufhin im Art Deco Stil wieder aufgebaut.  

 

Ein waghalsiger Sprung in die Tiefe: Bungy Jumping in Taupo

Taupo und das Bungy-Jumping

Neuseeland ist Synonym für Extremsportarten wie Skydiving, Bungy-Jumping oder Zorb (und viele Abarten davon, von denen einem schon beim Zuschauen ganz mulmig wird). Trotz dem sicheren Gefühl, dass hier der Staat für allfällige Heilkosten aufkommt (wie übrigens auch im Falle eines Verkehrsunfalls), braucht es für den Sprung in die Tiefe doch ganz schön Überwindung. In Taupo haben wir uns gemeinsam in eine 47 Meter tiefe Schlucht gestürzt und sind bis zur Brust ins Wasser eingetaucht. Das war Adrenalin pur und bleibt bestimmt unvergesslich. Zur Entspannung gab's dafür hinterher ein heisses Bad im Bachbett; die heisse Quelle sprudelt gratis und befindet sich nur wenige hundert Meter von der Jump-Base entfernt.

 
Mount Egmont bei New PlymouthTongariro und Taranaki Nationalpärke

Mount Doom aus "Der Herr der Ringe" steht im Tongariro Nationalpark, wo zwei weitere Vulkane während der Wintersaison zum Skifahren offen stehen. Eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass der letzte grosse Ausbruch 1995 war! Und tatsächlich hat der Berg wieder Asche gespuckt - nur gerade vier Stunden nach unserer Abreise wurde das ganze Feriendorf evakuiert. Mount Egmont im Taranaki Nationalpark ist ebenfalls ein ruhender Riese, seine Silhouette mit weissem Hut wirkt majestätisch und ist von New Plymouth bis nach Hawera zu sehen.

 
Sicht vom Botanical Garden auf Wellington und Cable Car In der Hauptstadt

"Ein bisschen wie San Francisco" wird Wellington in den Reisebüchern beschrieben. Die Stadt liegt am untersten Zipfel der Nordinsel und verfügt über einen grossen Hafen, von wo aus Frachtschiffe und Fähren innert vier Stunden die Südinsel erreichen. Wind und Regen zählen genauso zum "must do and feel" wie eine Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum Botanischen Garten. Neuseelands grösstes Museum "Te Papa" ist ein Erlebnis für sich; im vierstöckigen Gebäude kann man sicheren Fusses und multimedial/interaktiv dem Geheimnis der Vulkane auf die Schliche kommen.

 
Noch bis zum 5. November touren wir nun durch die Südinsel und sammeln fleissig Eindrücke und Fotos, welche wir dir gerne im nächsten Newsletter zeigen. Soviel schon vorweg: wir haben bereits wieder viel Aufregendes und Spannendes erlebt, dranbleiben lohnt sich!
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