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Das wirtschaftlich ärmste
Land Südamerikas, ist reich an Bodenschätzen und überrascht mit vielfältiger
Vegetation und unzähligen Abenteuerangeboten.
Segeln auf dem Titicaca See, Töfffahren und Quadbiken auf rauem Terrain,
Wandern durch die Pampas und in den Dschungel zu den wilden Tieren, Reiten wie im
Wilden Westen und eine Jeeptour durch die Salzwüste - unglaublich, was wir
in den vergangenen Wochen alles erleben konnten. Kommt also mit auf
Entdeckungsreise durch ein faszinierendes Bolivien. Copacabana Bolivien begrüsst uns sogleich mit all seinen Ruf entsprechenden Tücken: Stromausfall, kalte Dusche, Demonstration und Streiks... und das alles schon am ersten Tag. Davon mal abgesehen hat das kleine charmante Örtchen am Ufer des Titicacasees viel zu bieten und die Preise hierzulande überraschen selbst den Budget bewussten Traveller aus Peru positiv. Wo sonst übernachtet man im herausgeputzten Doppelzimmer für 5 Stutz (für 2 Personen inkl. Frühstück versteht sich)? Gemeinsam mit Nici und Max, einem deutschen Pärchen, versuchten wir uns im Segeln. Unser Ziel wäre die "Isla del Sol" gewesen. Leider reichten aber die Winde (oder unser Können) nicht aus, um innert nützlicher Frist dorthin zu gelangen. Doch Spass machte es allemal! Das nächste Abenteuer sollte nicht lange auf sich warten lassen: wir Männer schnappten uns je eine 250er Enduro und heizten damit eine staubige Schotterpiste entlang. Über Stock und Stein (und Max im Salto über einen Köter...) genossen wir die herrlichen Ausblicke auf den See. Vor der grossen farbenprächtigen Kathedrale Copacabanas findet täglich ein recht amüsantes Ritual statt: Autoweihe - oder Vollkaskoversicherung auf Bolivianisch. Des Priesters Segen soll helfen, Unfälle zu vermeiden. Ob Max' Töff geweiht war? La Paz 1.2 Mio. Einwohner nennen die auf 4'000 müM gelegene Hauptstadt ihr Zuhause. Wer hier Supermärkte und schimmernde Shoppingcenters erwartet, sucht jedoch - wie im übrigen Bolivien - vergebens danach. Eingekauft wird auf der Strasse und an den Märkten. Die Preise von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Kleidern - alles eine Frage des Verhandlungsgeschicks. Selbst Tattoos und Piercings werden hier entlang der Hauptstrasse gestochen, ohne Mundschutz und Desinfektionsmittel. Entwarnung Mami, wir haben darauf verzichtet! Etwas ausserhalb von La Paz befindet sich das "Valle de la Luna". Die Mond-ähnliche Hügellandschaft eignet sich hervorragend, um diese mit einem Quadbike zu erfahren. Ein Mordsspass, wenn auch etwas staubig *räusper*. Rurrenabaque Das kleine Dorf inmitten des Bolivianischen Urwalds ist Ausgangspunkt für Besuche in die nahe gelegene Pampas und den Dschungel. Zwar fühlt man sich hier in "Rurren" eher wie in Israel als in Bolivien, alles ist in hebräisch angeschrieben und das Dorf wird geradezu von jungen Israelis überschwemmt. Doch der einstündige Flug von La Paz hierher lohnt sich allemal. Unsere erste Tour brachte uns in die Pampas. Mit einem motorisiertes Kanu ging's durch das Flusssystem zu den Pinkdelfinen, Piranhas und Anakondas. Unterwegs konnten wir Äffchen füttern, Vögel beobachten und Alligatoren streicheln. Das Camp war spärlich ausgestattet, doch was das Küchenteam in dieser Feldküche herzauberte, war einfach "muy rico". Nach einer Nacht zurück in Rurren ging's dann in den Dschungel: mit Machete und der Sonne als einziges Navigationsinstrument führte uns unser Guide kreuz und quer durchs Dickicht. Wildscheine, Affen, Tukane und andere Papageien waren zu hören und sehen. Dazu eine Fülle an Heil- und Giftpflanzen - ein wahrlich unvergessliches Abenteuer. Potosi ist eine kleine schäbige Minenstadt rund acht Busstunden südlich von La Paz. Doch der Besuch in einer der zahlreichen Silber-, Kupfer-, Wolfram- und Kobaltminen lohnt sich. Bewaffnet mit Dynamit und Kokablätter - beides gibt's ganz legal und superbillig auf dem örtlichen Markt zu kaufen - begibt man sich zu den Stolleingängen. Die Einkäufe gehen an die Minenarbeiter und sind ein kleines Dankeschön dafür, dass wir ihre Mine besichtigen dürfen. Zufällig wurden wir Zeuge eines absonderlichen Gebrauchs: dreimal im Jahr feiern die Arbeiter ein grosses Fest und opfern zig Lamas zum Dank für die gute Ausbeute. Die blutige Zeremonie wird unter Einfluss von viel Alkohol und im Beisein der Familien vorgenommen. Ausgerüstet mit Helm und entsprechender Kleidung wurden wir durch das Labyrinth einer engen, staubigen und stockdunklen Mine geführt. Unglaublich was hier ohne technischen Hilfsmittel aus den Bergen herausgeholt wird. Sucre Von Potosi her unternahmen wir einen kurzen Abstecher in die zweite Hauptstadt Boliviens; Sucre beherbergt den nationalen Gerichtshof. Die herausgeputzte Stadt besticht durch schöne Architektur, gepflegte Gassen und grüne Pärke. Die zahlreichen Cafés und Restaurants laden zum gemütlichen Verweilen ein und man fühlt sich beinahe wie mitten in Europa. Leider gibt es auch hier offene Armut: kleine Kinder, teilweise erst 5 Jahre alt, werden von ihren Eltern zum Betteln auf die Strasse geschickt. Tupiza Oder der Wilde Westen Boliviens. Nach einer haarsträubenden Busfahrt über Nacht, auf welcher erst das Nachfüllen des Wassers im Motor vergessen wurde und anschliessend alle paar Kilometer die Räder nachgezogen werden mussten, kamen wir schliesslich doch noch in Tupiza an. Das Städtchen hat nicht allzu viel zu bieten, doch das Hinterland ist fantastisch: wie die Cowboys schwangen wir uns für 2 Tage in den Sattel und erkundeten hoch zu Ross die nahen Canyons und die raue Steppe. Mal entlang der Bahnschienen, mal mitten durch den Fluss und dann wieder im Galopp über die Felder... Eine tolle Sache, nur der anschliessende Schmerz im Gesäss müsste nicht sein. Uyuni Unser Zug erreichte den Ort am Rande der Salzwüste nach fünfeinhalb Stunden komfortabler und sicherer Fahrt genau um Mitternacht. Besonders nachts wird es hier bitterkalt, dementsprechend waren wir sehr erleichtert darüber, dass wir gleich über die Strasse eine preiswerte Unterkunft mit warmer Dusche fanden. Uyuni ist der Ausgangsort für Touren durch die 12'000 km2 grosse Salzwüste "Salar de Uyuni" (Wikipedia). Mit einem 4WD Jeep ging es dann auch gleich am Morgen nach unserer Ankunft los. Zuerst besuchten wir den alten Zugfriedhof, wo alte Dampflokomotiven und Waggons aus längst vergangen Zeiten vor sich hinrosten. Dann, nur wenige Kilometer weiter, kam sie dann endlich in unser Sichtfeld - die atemberaubende Salar. So weit das Auge reicht sieht man ein einziges, weiss glitzerndes Feld aus purem Salz. Unsere Gruppe übernachtete im Salzhotel, ein Haus ganz aus - richtig geraten - Salz. Am nächsten Tag ging's dann weiter zur Farbigen Lagune, einem versteinerten Baum und zu erstarrten Korallenriffen. Am dritten Tag erreichten wir die Geysire: in der Früh begaben wir uns zu den Dampf sprühenden Kratern. Das anschliessende Bad in den Thermalquellen nahe der Grünen Lagune entschädigte uns für die durchgefrorene Nacht und das frühe Aufstehen. Die im Hintergrund aufgehende Sonne zauberte eine einzigartige, unvergessliche Atmosphäre. Während der Rest unserer Gruppe noch am selben Tag zurück nach Uyuni fuhr, brachte uns ein Bus nach "San Pedro de Atacama" in Chile, wo wir uns während ein paar Tagen von der Kälte erholten. La Serena, Chile Immer noch können wir es kaum fassen, alles ist so sauber und geordnet. Der Verkehr läuft ohne Gehupe, die Menschen sind ehrlich und im Restaurant erhält man auch tatsächlich das, was man bestellt. Nach bald fünfmonatiger Reise durch Argentinien, Brasilien, Peru und Bolivien fühlen wir uns im fortgeschrittenen Chile fast wie zuhause. La Serena ist rund sieben Busstunden nördlich von Santiago am Pazifik gelegen und empfängt uns mit viel Freundlichkeit. Mit den Velos erkunden wir den Strand und geniessen die Promenade bei Kaffee und Glacé. Auch der japanische Garten und der kleine Zoo im Herzen La Serenas laden ausgezeichnet zum Flanieren und Verweilen ein. Santiago Die Hauptstadt Chiles gleicht einem Kessel; rundum erblickt man schneebedeckte Berge. Das schöne Panorama birgt aber einen ungesunden Nachteil, der Smog. Dieser kann nicht abziehen und so hängt ständig eine graue Abgaswolke über der Stadt. Es gibt aber jede Menge Grünanlagen und mit Bäumen gesäumte Plätze, sodass man den Smog rasch vergisst und sich bei einem Capuccino mit den aufgeschlossenen Santiaginos unterhält. Dass sich die Stadt mitten in einem Erdbebengebiet befindet, haben wir an eigenem Leib gespürt: beim Besuch in einem der nahen Weingute bebte die Erde für einige Sekunden. Ein Knacken und Rattern fuhr durch die Holzfässer im Weinkeller und das Licht ging aus. Als Ausgleich für die verkürzte Tour gab's dafür extra viel Wein zum Degustieren. Valparaiso Kalt und grau aber trocken; die Küste rund eineinhalb Stunden vor Santiago zeigt sich uns nicht von ihrer schönsten Seite. Dennoch geniessen wir unsere letzten Tage vor der grossen Reise nach Down Under in vollen Zügen. Der Hafen lässt sich trotz Nebel am besten von den erhöhten "Cerros" bewundern: die überall vorzufindenden Bähnchen führen einem innert Kürze hoch auf die Hügel, wo sich die vielen Cafés und bunten Häuser befinden. Unten im Zentrum sieht und spürt man aber schnell, dass dies eine Hafenstadt ist. Die Strassen sind schmutzig und die Plätze ungepflegt, hier und da betteln Arbeitslose um ein paar Münzen. Das benachbarte "Vina del Mar" ist viel touristischer und hat für den Sommer einige schöne Sandstrände vorzuweisen. Uns bietet der aufgeräumte Ort eine komfortable Art des Zeitvertreibs; wir tauchen ein in die unwirkliche Welt des riesigen (beheizten) Shoppingcenters.
Nach tausenden von
zurückgelegten Kilometern und vielen tollen
Eindrücken und Erlebnissen verlassen wir nun Südamerika und fliegen heute
Abend um 23 Uhr in unsere zweite Heimat: Australien. Wir hoffen, dass
ihr uns auch im Land der Kängurus und Koalas weiterhin begleitet. |
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| Alle Newsletter und Diashows unserer Weltreise auf www.ciss.ch/umdiewelt. | |||