Wunderbares, vielfältiges Peru
 

 













Meerschweinchen auf dem Teller - gebraten oder gebacken (Rezept für Gourmets), ein Wal in der Wüste und Kondore morgens um neun. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, der muss unbedingt die nachfolgenden Zeilen lesen. Peru, die für uns wohl spannendste Begegnung, ist so vielfältig und abwechslungsreich wie bisher kein zweites südamerikanisches Land.

Arequipa Die "Weisse Stadt" trägt ihren Namen wegen den vielen weissen Bauten, welche aus Vulkangestein erstellt worden sind. Natürlich durfte auch ein Besuch bei Juanita nicht fehlen; es ist die gut erhaltene Mumie eines jungen Mädchens, welches zur Inkazeit auf dem Gipfel des nahe liegenden Vulkans "Ampato" den Göttern geopfert wurde. Die Tour zum "Colca Canyon" führte an schneebedeckten Vulkanen vorbei zum „“Cruz del Condor", wo zu bestimmten Tageszeiten die wunderbar anmutenden Kondore zu beobachten sind. Entspannendes Highlight der Tour: Die 40°C warmen Thermalquellen bei "Chivay".

Nazca Ein Astronaut, ein Kolibri und ein Wal mitten in der Pampa? Genau, die sagenumwobenen Linien in der Wüste Nascas sind ein Muss bei jedem Peru-Besuch. Bis heute konnten weder Maria Reiche noch Erich von Däniken (Hypothesen) eine plausible Erklärung für die überdimensionalen Zeichnungen finden - sie bleiben weiterhin ein Rätsel! Auch die gut erhaltenen Mumien in ihren Gräbern beim "Chauchilla" Friedhof sind ein Besuch wert. Interessant sind ebenfalls die örtlichen Töpfereien und Goldschürfereien, wo einem das jeweilige Handwerk nach alter Tradition näher gebracht wird.

Ica Wie in tausend und einer Nacht fühlt man sich in der Oase von "Huacachina" bei Ica, welche von hohen Sanddünen umgeben ist. Mit dem Sandbord oder Buggy Marke "Eigenbau" lassen sich die Dünen am besten erfahren.

Pisco Vor der Hauptstadt des Nationalgetränks liegen die "Ballestas" Inseln, sie sind vor allem bekannt für ihre Guano-Produktion (Wikipedia). Neben vielen Vogelarten trifft man auf "Galapagos für Arme" unter anderem auch auf Seelöwen und Pinguine. Das Boot zieht so nah an den Felsen vorbei, dass man die Tiere beinahe anfassen kann. Auf der anschliessenden Busfahrt zur "Paracas" Halbinsel sind die zu beobachtenden Spezies rarer, dafür ist die Sicht von den Klippen umso spektakulärer.

Lima Im krassen Gegensatz zu den meisten anderen Städten Perus glänzt das moderne Lima - vor allem die Bezirke "Miraflores", "San Isidro" und "Barranco" - mit grünen Parkanlagen, pompösen Shoppingcentern und schicken Restaurants mit internationaler Küche. Selbst "Central Lima" ist heute ein aufgeräumtes und sauberes Viertel, noch vor wenigen Jahren herrschten hier Chaos und Schmutz vor. Ein Erlebnis für sich ist eine Busfahrt durch die Stadt, welche einer Rallytour gleichkommt. Es wird gehupt, gedrängelt und um jeden Fahrgast gebuhlt.

Puno Die Bahnfahrt von Cusco nach Puno am Titicaca See bietet atemberaubende Ausblicke auf die Vier- und Fünftausender Perus. Der Zug überwindet auf der rund 10-stündigen Fahrt den höchsten Punkt bei 4320müM. Da kommt nicht nur die Diesellok ins schnaufen. Bei einer Fläche 13-mal so gross derjenigen des Bodensees, ist der Titicaca See der höchstgelegene kommerziell beschiffte See der Welt. Wie die Geschichte sagt, soll hier der Urvater der Inkas aus den Tiefen emporgestiegen sein.

Los Uros Kaum vorstellbar, dass es im einundzwanzigsten Jahrhundert noch immer Menschen gibt, die ein Leben führen wie im Mittelalter. Die Bewohner der Uros, die schwimmenden Strohinseln vor Puno, verzichten auf jeglichen Luxus und führen ein Leben weit abgeschieden von der Zivilisation. Sie verfügen weder über fliessend Wasser, noch über Strom oder sonstige Annehmlichkeiten. Der Fischfang und die Vogeljagd sorgen für ein Auskommen, was nicht selbst verzehrt wird, wird an Land gegen Brot und andere Lebensmittel getauscht.

Amantani Anders als auf Los Uros sind die Inselbewohner Amantanis heute beinahe so gut ausgestattet wie die Menschen in der Stadt. Dank dem Tourismus sind die Kommunen zu Wohlstand gekommen und so sucht man hier vergeblich nach dem Inselabenteuer. Zwar wird das Essen noch wie zu alten Zeiten auf dem Feuer zubereitet, doch TV und Radio sind bereits bei vielen Familien vorzufinden. Dennoch, es war sehr eindrücklich, für zwei Tage bei einer solchen Familie zu wohnen und einen Einblick in deren Leben zu erhalten.

Taquile Oder die "Insel der strickenden Männer". Die Strickerkunst auf der kleinen Insel liegt gänzlich in Männerhand. Sie tragen verschiedenfarbige Mützen, anhand welcher unterschieden wird, ob jemand single oder verheiratet ist. Die Frauen tragen je nach Zivilstand helle oder dunkle Röcke, jeweils mit schwarzem Schleier. Auch anhand der Grösse der Popons an ihren Kleidern kann Mann erkennen, ob Frau noch zu haben oder bereits vergeben ist. Einmal im Jahr kommt der katholische Priester von Puno auf die Insel, um die Hochzeitspaare zu vermählen. Die anschliessende Heiratszeremonie dauert fünf Tage. Als Zeichen der ewigen Treue webt die Braut dem Bräutigam einen Lendengurt, dazu verwendet sie Wolle und ihr eigenes Haar.

Obwohl Peru noch viel mehr zu bieten hätte, ziehen wir nach gut fünfwöchigem Aufenthalt weiter an die bolivianische "Copacabana". Wir sind gespannt auf ein neues Land mit neuen Abenteuern und hoffen, dass ihr weiterhin - zumindest virtuell - mit uns mitreist.

Liebe Grüsse in alle Welt.

Thomas & Andrea