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Hallo aus Peru! Nach fünf
Wochen Aufenthalt in der Heimat des
Caipirinha (Rezept) und des Samba haben wir nun Brasilien verlassen und
uns in das Land des
Pisco Sour und des Saya begeben. Aber eins nach dem anderen. Unser
letzter Bericht erreichte euch aus Porto de Galinhas, von wo wir nach Recife
zurückgefahren sind und den Nachtbus nach Fortaleza genommen haben. Der
Ausgangsort für Strandbesuche diente uns allerdings lediglich als kurzer
Zwischenstopp. Schon am nächsten Tag stand unsere wohl längste Busfahrt
bevor: Fortaleza - Belem. Nach 27 Stunden war es dann endlich geschafft und
mit viel Glück erwischten wir gerade noch das Boot nach Manaus. So hiess es
nichts wie rauf auf's Oberdeck und Hängematten montieren, dem Abenteuer
Amazonas entgegen.
Amazonas Was andernorts die asphaltierten Strassen, sind in Amazonien die Wasserwege. Die Flüsse dienen zur Beförderung von Personen und Waren, sie sind aber auch Heimat einiger weniger Menschen, welche sich auf ein Leben am oder auf dem Wasser eingerichtet haben. Das Amazonas-Becken erstreckt sich über ganz Nordbrasilien und zieht sich hin bis nach Peru und Kolumbien. An seiner Mündung in den Atlantik ist der Amazonas über 300 km breit. Hier haben wir die "Clivia" bestiegen, welche uns in fünf Tagen von Belem flussaufwärts nach Manaus bringen sollte. Jung und alt fährt mit, geschlafen wird in der Hängematte. Die Crew serviert drei Mahlzeiten täglich: um 0530 gibt's Kaffee und Brot, um 1100 Reis und Fleisch und um 1600 nochmals Reis und Fleisch. Hängt man in der übrigen Zeit mal nicht faul in der Hammock rum, vertreibt man sich die Zeit mit interessanten Diskussionen. Und wenn einmal der Gesprächsstoff ausgehen sollte, bleibt immer noch ein Jass oder das Beobachten einer sich stetig verändernden Uferlandschaft. Manaus Eine Stadt inmitten des Dschungels, so könnte man die 1,6 Mio. Einwohner Metropole beschreiben. Vom abenteuerlichen "Tarzan und Jane Feeling" blieb allerdings nicht viel übrig. Ohren betäubender Verkehr und geschäftiges Treiben überall - und dennoch, irgendwie bleibt ein Hauch von Abgeschiedenheit erhalten. Im 19. Jahrhundert, zur Zeit des ersten Kautschukbooms, schufen die Portugiesen aus dem kleinen Dörfchen Manaus eine Grossstadt. Breite Strassen, eine elektrische Strassenbahn und ein luxuriöses Theater wurden gebaut. Das "Manaus Theatre" wird heute einmal jährlich für Aufführungen genutzt, dann nämlich, wenn ein bekanntes Stück mit internationalen Künstlern gespielt wird. Wir hatten das grosse Glück, Proben zu "Der fliegende Holländer", inszeniert vom deutschen Regisseur Christoph Schlingensief (Link zur Website) mitzuerleben. Tabatinga und Leticia Die beiden Nachbardörfer liegen wie Manaus am Amazonas, befinden sich aber rund 2000 km weiter stromaufwärts. Zusammen mit "Santa Rosa" bilden sie das Dreiländereck von Brasilien, Kolumbien und Peru. Genug von Reis und Fleisch hat uns anstelle des Boots ein Flugzeug in die Grenzregion gebracht, welche sonst kaum von Reisenden aufgesucht wird. In Tabatinga konnten wir die Ausreiseformalitäten mit den brasilianischen Behörden erledigen und das Schnellboot über die Grenze nach Peru besteigen. Iquitos Im Affenzahn raste das Schnellboot über den Amazonas hinweg und brachte uns in rund 11 Stunden in die tropische Region Perus. Vom portugiesischen zurück zum spanischen, vom Real zum Soles und vom Samba zum Saya unterscheidet sich Peru wesentlich von Brasilien. Iquitos ist der Ausgangspunkt für ausgedehnte Dschungeltouren, inklusive Piranhafischen und Alligatorenjagd. Eine ganz andere Art von Dschungeltour haben wir gemacht: per Kanu sind wir in den Stadtteil Belen gefahren (nicht zu verwechseln mit Belem an der brasilianischen Küste). Weil dieses Quartier während der Regenzeit unter Wasser steht, wird es von den Einheimischen auch "Venedig" genannt. Die Lebensbedingungen sind hart, es grassieren Malaria und sogar die Cholera. Kein Wunder, denn dasselbe Wasser wird hier zum Waschen, Kochen, Baden und gleichzeitig als Toilette genutzt. Cusco Die einstiege Hauptstadt des peruanischen Andenhochlandes liegt auf über 3400 müM und ist umgeben von einer fantastigen Hügellandschaft. Cusco ist die meistbesuchte Destination Südamerikas und zieht jährlich zig-tausende Touristen in ihren Bann. Um der Höhenkrankheit vorzubeugen, wurden wir in die alte Tradition des Mate de Coca eingeführt. Die Wirkstoffe helfen gegen Höhenkrankheiten wie Kopfschmerzen und Übelkeit. Das moderne Cusco rund um den "Plaza de Armas" (Hauptplatz) strahlt eine angenehme Ruhe aus, doch auch hier gehören Schuhputzer und bettelnde Kinder zum Stadtbild mit dazu. Camino Inca Der traditionelle Inca Trail (Wikipedia) führt von der Bahnstation "KM 82" in vier Tagen nach Machu Picchu, der einstigen Inkastadt. Die Inkas, deren Ausdehnung vor Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert von Ecuador bis nach Chile und Argentinien reichte, erbauten hier eine riesige Stadt inmitten der Anden. Der 50 km lange Weg führt teilweise entlang des Urubamba Flusses und überquert drei Pässe (4200 müM, 4000 müM und 3700 müM), wo selbst trainierten Wanderern die Puste wegbleibt. Das Kauen von Cocablättern hilft gegen die Auswirkungen der dünnen Luft hier oben. Doch die Anstrengung lohnt sich, unterwegs besichtigt man einige der ansonsten unzugänglichen Ruinen und die andiene Flora und Fauna bringt viele Arten von Orchideen und Moosen hervor.
Zurzeit geniessen wir die
wunderbare Landschaft um "Arequipa", wo wir die Gelegenheit haben, einen
aktiven Vulkan und den tiefsten Canyon der Welt zu besichtigen. In wenigen
Tagen wird uns dann unsere Route weiter zu den
Nazca-Linien und in die Hauptstadt "Lima" führen. |
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