Feuerland & südliches Brasilien
 

 

Schon sind wir zwei Monate unterwegs und dennoch haben wir bisher - trotz tausenden von zurückgelegten Kilometern - nur einen winzig kleinen Teil Südamerikas gesehen. Wie berichtet, sind wir von Ushuaia nach Buenos Aires geflogen und selbentags mit dem Bus weiter zu den Iguaçu Wasserfällen gefahren. Unsere Reise führt uns gegen Norden, wo es mit jeder Destination etwas heisser und tropischer wird. Zurzeit geniessen wir die traumhaften Strände Brasiliens und möchten am liebsten hier bleiben. Doch es gibt noch jede Menge zu entdecken und die zwei letzten Plätze für den "Inca Trail" in Peru sind auf den 30. April für uns gebucht.
Wir wünschen euch allen viel Spass beim Durchstöbern der Texte und Bilder und wünschen euch erholsame, staufreie und sonnig- frohe Ostertage.

Ushuaia "El Fin del Mundo", am Ende der Welt - der passende Titel für eine Stadt, welche nur 1000 km vom Südpol entfernt liegt. Doch anders als erwartet, ist Ushuaia nicht bloss ein kleines Fischerdorf, sondern ein ausgewachsener Ort mit florierender Wirtschaft von Industrie und Tourismus. Und zu dieser Jahreszeit auch angenehm warm mit Temperaturen um die 20°C und viel Sonnenschein. Ein wunderbarer Platz also für Ausflüge in den Nationalpark oder zu den umgebenden Berggipfeln. Als Ziel einiger Extremsportler ist Ushuaia ebenfalls das "Nirvana" einer 26'000 km langen Tour durch Amerika: von Alaska/USA bis nach Ushuaia/Argentinien ist die "Panamericana" eine Herausforderung für Radfahrer und sogar Läufer. In unserer Hospedja (Einheimische bieten oftmals Zimmer in ihrem Wohnhaus für Gäste zur Verfügung) trafen wir Vita, ein 48-jähriger Bio-Bauer aus Tschechien, der die (Tor)Tour in nur 7 Monaten mit dem Bike geschafft hat (Link zur Website).

Cataratas de Iguaçu Am südlichen Ende Argentiniens bilden die Iguaçu Wasserfälle das Grenzgebiet zu Paraguay und Brasilien. Vom Örtchen "Puerto de Iguaçu" fährt stündlich ein Bus zum rund 30 Minuten entfernten Nationalpark. Zu unserem Erstaunen beinhalteten die 30 Pesos Eintrittsgebühr (~12 Franken) sogar eine Bahn- und Bootsfahrt innerhalb des Parks - seit wann gibt es in Argentinien etwas umsonst? Das Touristenbähnchen bringt einem zu drei verschiedenen Stegen, über welche man zu Fuss die Plattformen nahe der Wasserfälle erreichen kann. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, um alle Aussichtspunkte und die Insel (gratis Bootsfahrt!) zu erkunden. So sieht man die Wasserfälle mal von oben bei der Abbruchkante, dann von unten und an einem Punkt steht man sogar inmitten des tosenden Wassers. Die als Weltkulturerbe klassifizierten, zu Boden stürzenden Wassermassen sind imposant und wunderschön zugleich. Ein echtes Highlight unserer Reise und kaum in Worte zu fassen, darum schaut euch lieber die Bilder an!

Florianopolis Selbst auf einer Insel gelegen, ist die Stadt Floripa - wie sie die Einheimischen liebevoll nennen - für sich schon ein Hingucker. Saubere Strassen, sichere Viertel und romantische Spazierwege entlang des Ufers. Wer es sich leisten kann, kauft sich ein Apartment und verlegt seinen Altersruhesitz von Sao Paulo oder Rio de Janeiro hierher in die schon fast europäisch anmutende Idylle. Im Umkreis von wenigen Kilometern liegen hunderte Traumstrände, welche einfach und in kurzer Zeit mit dem Bus vom Zentrum her erreichbar sind. Das Quecksilber steigt hier tagsüber deutlich über 30°C, Bikini/Badehose und Sonnencreme sind darum für uns Sackbefehl! Um dem Körper genügend Flüssigkeit zuzuführen (eben wegen der Hitze), schnappt man sich am besten einen zuckersüssen Caipirinha, welchen es überall für knapp zwei Franken pro Halbliter gibt. Alternativ lässt man sich eine Vitaminbombe mixen, mit frischen Ananas, Mango, Passionsfrucht und Babybananen - schmeckt eiskalt einfach himmlisch und erspart einem die Kopfschmerzen vom nächsten Morgen.

Parati Oh! God, if there where a paradise on earth, it wouldn't be far from here. Amerigo Vespucci in Lonely Planet Brazil 2002.
Nach einer langen Nacht im Bus erreichen wir von Sao Paolo her das kleine Städtchen Parati. Schon auf dem kurzen Fussweg vom Busbahnhof zum Hostel treffen wir auf Männer mit Ross und Wagen, sie transportieren Gemüse zum Markt. Die Strassen sind staubig, die Menschen besitzen nicht viel mehr als das, was sie auf sich tragen. Die Zeit scheint irgendwie stillzustehen. Doch nicht weit von hier liegt das Paradies auf Erden: mehr als 300 Strände und 65 Inseln, grösstenteils unbewohnt. Das Wasser glasklar und in angenehm erfrischender Temperatur, der Sand fein wie Puderzucker. Doch auch die historische Altstadt hat einiges zu bieten. Viele Gebäude stammen aus der Kolonialzeit, die Strassen sind gepflastert mit fussballgrossen Kopfsteinen. Unser Highlight war aber ein Bootsausflug zu den verschiedenen Stränden und Inseln - ein wirklich unvergesslicher Tag, nicht nur wegen des Sonnenbrands danach!

Ilha Grande Was kann der Grund sein, ein Paradies verlassen zu wollen? Richtig, um ein neues Paradies zu erkunden. Von "Angra dos Reis" erreicht man die Grosse Insel per Schiff in anderthalb Stunden. Auf der Insel gibt es keine Strassen und demzufolge auch keine Autos, nur Fahrräder. Dafür hat's jede Menge Boote, ja sogar Wassertaxis, welche einem für ein paar Real an jeden beliebigen Strand befördern. Leider war es schwierig, eine preiswerte und zugleich einigermassen Paradies gerechte Unterkunft zu finden. Doch nach einigen Anläufen fanden wir dann doch eine ganz nette Pousada (wie die Hospedjas in Argentinien). Das Juwel der Insel - ein kilometerlanger Sandstrand, flach abfallend und mit Wellen, die jedes Surferherz höher schlagen lassen - erreichten wir nach gut zweistündiger Wanderung durch den Regenwald. Ein echt schweisstreibendes Unterfangen, doch dafür ist das erfrischende Bad am "Praia de Lopez Mendez", dem angeblich schönsten Strand Brasiliens umso verdienter.  

Rio de Janeiro Kann man "The City Of God" links liegen lassen, wenn man ohnehin daran vorbeikommt? Richtig, kann man nicht! Trotz vieler Schauermärchen wagten wir einen dreitägigen Aufenthalt und waren begeistert. Schon beinahe wie zuhause im Pilatus Zahnradbähnchen fühlt man sich, wenn man den "Corcovado" hoch zur Christus Statue fährt (Fabrikat Swiss made by ABB). Der Blick runter auf die Stadt ist auch vom Zuckerhut aus fantastisch, allerdings wird einem bei der schaukligen Auffahrt im Mailänder Fabrikat schon etwas mulmiger zu Mute. Natürlich durfte auch ein Besuch der berühmten Copacabana nicht fehlen, allerdings nur bewaffnet mit Einwegkamera und keinesfalls bei Nacht. Leider wurden die Bilder mit dieser "Zäh-Stutz" Kamera nicht wirklich toll, aber dafür war auch kein Taschendieb scharf drauf.

Ouro Preto Etwas landeinwärts liegt die einstige Goldgräberstätte und vermeintliches "El Dorado" der Portugiesen: Ouro Preto. Zwischen Hügeln gebaut, wird der Erkundungsmarsch zur wahren Berg-und-Tal Tour. Wie die Geschichte sagt, wurden mit dem gefundenen Gold die Paläste in Lissabon finanziert und natürlich hat auch Ouro Preto ein paar prächtige Gebäude vorzubringen. Es sind dies vor allem Kirchen in barockem Stil sowie wunderbar bemalte Wohnhäuser in prächtigen Farben. Die Besichtigung der ehemaligen Goldmine ist nichts für schwache Gemüter, der Tunnel führt weit unter Tag und ist stellenweise nur auf allen Vieren passierbar. Dafür ist's schön kühl und für kurze Zeit kann man das Goldfieber längst vergangener Tage spüren.

Salvador da Baiha ist einer der kulturellen Höhepunkte Brasiliens und lebt den afrikanischen Soul seiner Vorfahren noch so richtig aus. Jeden Dienstagabend finden auf verschiedenen Plätzen in der Altstadt Gratiskonzerte statt, bei welchen Einheimische wie auch Touristen zu den afrikanischen Klängen tanzen und singen. Auch der Kunstmarkt Salvadors ist eine Besichtigung wert. Zwischen den vielen in Serie produzierten Bildern findet man hier-und-dort auch wirklich schöne Kunstgegenstände wie Holzmasken und Möbelstücke. Was in Venedig die Kanäle und Gondeln, sind in Salvador die Seilbahnen. Um vom oberen Stadtteil in den unteren zu gelangen, nimmt man also einfach einen der vielen Lifte für gerademal 5 Centavos (etwa 2 Rappen).

Porto de Galinhas Willkommen im Hühnerhafen! Seinen originellen Namen erhielt das Fischerdorf während der Zeit des Sklavenhandels . Wenn immer ein neues Schiff aus Angola/Afrika mit Hühnern ankam, wussten die Reichen von Recife, dass auch eine neue Ladung Sklaven da ist. Die Einheimischen nehmen's gelassen und wissen ihren Namen geschickt zu vermarkten; Hühnerskulpturen und -sujets überall. Eigentliche Attraktion sind aber die Korallenriffe entlang des weissen Sandstrandes. Bei Ebbe ragen diese aus dem Wasser und bilden herrliche Wasserbassins, in welchen man plantschen und Fische beobachten kann.

Soviel für dieses Mal. Der nächste Newsletter wird euch aus Peru erreichen, bis dahin sammeln wir wieder viele tolle Bilder und Erlebnisse, damit wir euch auch ordentlich etwas zu berichten haben.

Viel Spass bei der Eiersuche und bis bald.

Thomas & Andrea