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Kaum zwei Wochen im
heissen Buenos Aires, sind wir der Hitze bereits überdrüssig. Mitte Februar
haben wir dem warmen Norden Argentiniens den Rücken zugekehrt und uns nach
Süden in die Kälte begeben. Patagonien, synonym für endlose Weiten, rauen
Wind und fantastische Landschaften. Zwischen dem Atlantik und den Anden
gelegen, zieht es uns vor allem der vielen Nationalparks wegen hierher. Also
kommt mit und lest, was es hier unten alles zu entdecken gibt. Doch bevor es
losgeht, noch ein kleiner Nachtrag zu Buenos Aires, von wo aus wir einen
Abstecher nach Uruguay unternommen haben. Colonia de Sacramento, Uruguay Anstelle der gemächlichen Fähre brachte uns ein Schnellboot von Buenos Aires nach Colonia - in nur 50 Minuten. Das kleine Städtchen ist ein Paradies für Kunstliebhaber; beinahe in jeder Gasse finden sich Galerien und Shops. Die Cafés und Restaurants entlang des Ufers laden geradezu zum Sonnenbaden und Schlemmen ein. Zum Plantschen im Wasser waren wir dann aber doch zuwenig mutig, die braune Brühe des "Rio de la Plate" wäre aber unserem Teint sicher ganz gut bekommen. Mit den Velos erkundeten wir das Örtchen und erklommen die alte Stadtmauer, die Aussicht von da oben ist herrlich. Noch am gleichen Tag brachte uns dann der Katamaran zurück nach Bs. As. Puerto Madryn Nach rund 19-stündiger Busfahrt erreicht man das 1500 km südlich von Buenos Aires gelegene Puerto Madryn. Die Stadt ist direkt am Atlantik gelegen und strahlt eine wunderbare Ruhe aus; genau das Richtige nach dem hektischen Stadtleben von Bs. As. Der Touristenort ist Ausgangspunkt für Ein- und Mehrtagestouren zur Halbinsel "Peninsula Valdés". Je nach Jahreszeit kann man in diesem Naturschutzgebiet Wale beobachten, zurzeit treiben Orkas (Free Willy) ihr Unwesen. Sie machen Jagd auf junge Seelöwen. Wir hatten leider nicht soviel Glück, dieses Naturphänomen mitzuerleben. Dafür konnten wir Pinguine, Seelöwen und Robben beobachten, welche ganzjährlich auf Peninsula Valdés zu sehen sind. Bariloche Willkommen in der argentinischen Schweiz! Das sympathische Bergdorf ist Ausgangspunkt für die verschiedensten Aktivitäten. Im Sommer sind es vor allem die vielfältigen Wandermöglichkeiten, im Winter die ausgedehnten Skipisten, welche Touristen von nah und fern hierher locken. Umringt von einigen Drei- und Viertausendern findet man in Bariloche aber auch jede Menge Shoppingmöglichkeiten - allem voran für Schokolade und Lederwaren. Unsere Unterkunft befand sich etwa 20 km ausserhalb und war dementsprechend abgeschieden, dafür inmitten einer intakten und wunderschönen Natur. Am zweiten Tag besuchten wir "La Colonia Suiza", ein nicht wirklich sehenswertes Relikt aus der Zeit der europäischen Besiedlung. Entschädigt wurden wir aber mit einer herrlichen Rundsicht von "Cerro Campanario", von wo aus man die atemberaubende Seenlandschaft in ihrer ganzen Pracht sehen kann. Ruta 40 und El Chaltén Will man von Bariloche weiter nach Süden reisen, hat man zwei Möglichkeiten. Erstens, man nimmt den Omnibus und fährt zur anderen Seite Argentiniens an den Atlantik, um dann etwa 1000 km weiter südlich wieder nach Osten zu den Anden zurückzukommen. Oder zweitens, man nimmt die alte Holperpiste Ruta 40 und gelangt auf direktem Weg nach El Chaltén. Das kuriose Bergsteiger-Mekka entstand erst vor gut 17 Jahren und gilt als Ausgangspunkt für das Wanderparadies um "Fitz Roy". Gleich am Morgen nach unserer Ankunft begaben wir uns auf die Suche nach Zelt, Schlafmatten und Gaskocher (kann man hier alles tageweise mieten) und starteten einen Dreitagemarsch rauf in die Berge. Nicht vergebens wird Fitz Roy "der rauchende Berg" genannt, alle paar Minuten wechselt das Wetter und von Wolken umgeben gleicht der Gipfel einem Lava speienden Vulkan. El Calafate mit Perito Moreno Gletscher Und weiter geht's in Richtung Süden. Wieder 5 Stunden im Bus. Obwohl El Calafate nicht gerade gross ist, hat es einiges zu bieten. In den Souvenirshops hängen Bilder einheimischer Künstler, stehen silbrige Gefässe aus Ton und natürlich gibt's jede Menge Krimskrams. Die liebevoll eingerichteten Kaffeehäuser und Bars laden geradezu zum Chillen ein. Eine Tasse Cafe con Leche, nebenbei mit WiFi im Internet surfen und sich von "Soledad" berieseln lassen. Das ist Shakira auf argentinisch: der Geheimtipp für heisse Rhythmen und eine feurige Stimme (Link). Zusammen mit Denise aus Amsterdam und Alejandra aus Córdoba, Argentinien erkundeten wir am Tag darauf den nahe gelegenen Gletscher Perito Moreno. Eine 5 km breite und 60 m hohe Eiswand erstreckt sich über 14 km ins Tal hinein. Aus sicherer Distanz kann man miterleben, wie der Gletscher kalbt. Zuerst ein Knistern, dann ein Knacken bis schlussendlich ein Stück Eis mit rollendem Getöse zu Boden kracht. Eindrücklich. Puerto Natales mit Torres del Paine Nationalpark Nur eine halbe Stunde von der argentinischen Grenze entfernt liegt Puerto Natales. Das 22'000-Seelen Städtchen hat erst in den letzten Jahren den Tourismus entdeckt und investiert nun kräftig in die Infrastruktur. Dennoch ist Puerto Natales für viele nur ein Zwischenstopp um entweder im nahen Nationalpark wandern zu gehen oder die Fähre nach "Puerto Montt" zu nehmen. Genug von den kalten Nächten draussen im Zelt haben wir uns gegen eine Mehrtageswanderung entschieden und stattdessen Torres del Paine im Auto erkundet. Diese Zeilen erreichen euch aus "Ushuaia", der südlichsten Stadt überhaupt. Für schlappe 3000 US$ könnte man von hier zur Antarktis fahren. Doch anstatt zum ewigen Eis, zieht es uns in den "Tierra del Fuego Nationalpark", wo wir bei ausgedehnten Wanderungen die wunderbare Natur Feuerlands mit seinen vielen Seen und Wäldern geniessen. Viele Grüsse in die Heimat und herzlichen Dank für all euere lieben Nachrichten in den letzten Wochen. Bis bald aus der Ferne. Thomas & Andrea |
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